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Wenn der Steuerprüfer zweimal klingelt

Christiane Jurgelucks
Herzlich willkommen nach so langer Zeit zum traditionellen Silvesterblog. Ab sofort muss ich mir genau überlegen, was ich hier schreibe, denn das Finanzamt liest mit. So lässt sich wohl eine recht eindrückliche Erfahrung der letzten Monate beschreiben, die an einem sonnigen Morgen mit Handyklingeln begann. Normalerweise ist mein Handy immer auf stumm geschaltet, aber an diesem Morgen war es das aus irgendeinem Grund nicht, so antwortete ich an diesem recht frühen Morgen noch etwas verschlafen mit meinem Namen. Am anderen Ende der Leitung ein überaus freundlicher junger Mann des Finanzamtes, der mir gut gelaunt eine Außenbetriebsprüfung ankündigte und meine Überraschung geschickt nutzte, um mir die ersten „lockeren“ Fragen über meine Barkasse zu stellen. Das Ganze hübsch eingewebt in freundlichen Smalltalk über „Gott und die Welt“.
Dazu freundliche Anmerkungen darüber, dass er sich in das Sachgebiet auch erstmal einarbeiten müsse, sich in der Sparte der Paartherapie ja gar nicht auskenne, aber eine mögliche nachträgliche Umsatzsteuerpflicht zur Debatte stünde. Ganz und gar harmlos, ein Finanzamtwelpe sozusagen (will nur spielen). Später las ich im Netz, dass dieses Verhalten typisch sei. Schön locker, investigativ, leider nicht neutral, sondern immer Witterung aufnehmend, einer potenziellen Straftat auf der Spur. Ich dachte, dass Steuerprüfer und Therapeuten eine große Gemeinsamkeit haben:

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