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Du willst doch nur Sex!?
Auch Männer sehnen sich nach Berührung, die unter die Haut geht

Andreas SchreyerJa, ich gestehe: ich bin berührungsabhängig. Berührung ist meine Droge. Wenn ich vor der Entscheidung stünde, den Rest meines Lebens entweder nur noch Sex oder nur noch Berührung erleben zu dürfen – ich würde ohne zu zögern die Berührung wählen. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich mag Sex sehr. Dennoch könnte ich eher darauf verzichten als auf Berührung. Kennen Sie auch diese wahnsinnige Sehnsucht nach der warmen Haut Ihres Lieblingsmenschen, wenn Sie sich eine Weile nicht gesehen haben? Je länger diese Zeit wird, desto unangenehmer wird die Sehnsucht für mich. Und dann, wenn man sich endlich wieder sieht – die erste Umarmung nach Tagen – für mich fühlt sich das an, als wenn der gesamte Körper ausatmet. Den anderen spüren, den Herzschlag und den Atem, die Wärme der Haut. Und gleichzeitig eine wunderbare Wärme, die von innen aufsteigt und die Seele wärmt. Ich hatte schon manchmal das Gefühl, dass meine Liebste mir ihre Hand direkt durch die Haut hindurch bis ins Innerste, bis zum Herz ausstreckt, um es ganz sanft in ihrer Hand zu halten. Und wenn ich sie berühre, kann es vorkommen, dass ich in dieser Berührung dermaßen aufgehe, als wäre mein ganzer Körper die Berührung.Berührung ist (über)lebensnotwendig. Säuglinge, die nicht genügend Körperkontakt haben, entwickeln möglicherweise später problematische Beziehungsmuster oder sterben sogar im schlimmsten Fall. Aber auch im Alter, wenn Menschen vereinsamen, weil sie die letzten in ihrer Generationenfolge sind, brauchen sie Berührung. Wie wichtig (wohlmeinende) Berührungen für uns Menschen sind, ist sehr anschaulich und ausführlich in der Welt in diesem Artikel beschrieben. Und im folgenden kurzen Video wird von Berührung als Therapieform berichtet.

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Der Klimawandel im Leben – Wenn es im Bett heiß wird.

Christiane JurgelucksKürzlich las ich bei Facebook einen Aufruf des Universitätsklinikums in Hamburg: Es wurden Frauen in den Wechseljahren gesucht, die Interesse hätten, an einer PLACEBO-Studie teilzunehmen, also bereit wären, ein Medikament ohne Wirkung gegen Wechseljahrsbeschwerden einzunehmen. Das fand ich – selbst in der Menopause – spannend. Irgendwie wollte sich mir der Sinn nicht erschließen. Also schrieb ich eine kurze Mail und einen Tag später meldete sich eine junge Interviewerin bei mir, die mir mitteilte, dass sie mir erst einige Fragen stellen müsse, um herauszufinden, ob ich zur Teilnahme zugelassen werden könne. So beantwortete ich einige Fragen am Telefon, unter anderem die nach der Häufigkeit von nächtlichen Hitzewallungen, wovon ich auch einige zu bieten hatte. Auf die Frage, wie ich diese beurteile, meinte ich, dass ich sie komplett überflüssig fände. Darauf die Interviewerin: Leider können Sie nicht zugelassen werden, Ihre Beschwerden sind nicht ausgeprägt genug!

Also – wenn ich das richtig deute, dann soll untersucht werden, ob ein Scheinmedikament gegen sehr heftige Wechseljahrsbeschwerden wirken kann! Häääh?? Höre ich da richtig. Alles psychisch?! Nicht wirklich ernstzunehmen. Ich fühlte mich leicht verarscht – entschuldigen Sie den Ausdruck. Nicht wegen mir, sondern wegen all derer Frauen, die wirklich massive Beschwerden haben und die mit dem Placebo, wenn es denn wirken sollte, in eine Ecke gerückt werden, in der sie nicht wirklich ernst genommen werden.

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Wenn der Steuerprüfer zweimal klingelt

Christiane JurgelucksHerzlich willkommen nach so langer Zeit zum traditionellen Silvesterblog. Ab sofort muss ich mir genau überlegen, was ich hier schreibe, denn das Finanzamt liest mit. So lässt sich wohl eine recht eindrückliche Erfahrung der letzten Monate beschreiben, die an einem sonnigen Morgen mit Handyklingeln begann. Normalerweise ist mein Handy immer auf stumm geschaltet, aber an diesem Morgen war es das aus irgendeinem Grund nicht, so antwortete ich an diesem recht frühen Morgen noch etwas verschlafen mit meinem Namen. Am anderen Ende der Leitung ein überaus freundlicher junger Mann des Finanzamtes, der mir gut gelaunt eine Außenbetriebsprüfung ankündigte und meine Überraschung geschickt nutzte, um mir die ersten „lockeren“ Fragen über meine Barkasse zu stellen. Das Ganze hübsch eingewebt in freundlichen Smalltalk über „Gott und die Welt“.
Dazu freundliche Anmerkungen darüber, dass er sich in das Sachgebiet auch erstmal einarbeiten müsse, sich in der Sparte der Paartherapie ja gar nicht auskenne, aber eine mögliche nachträgliche Umsatzsteuerpflicht zur Debatte stünde. Ganz und gar harmlos, ein Finanzamtwelpe sozusagen (will nur spielen). Später las ich im Netz, dass dieses Verhalten typisch sei. Schön locker, investigativ, leider nicht neutral, sondern immer Witterung aufnehmend, einer potenziellen Straftat auf der Spur. Ich dachte, dass Steuerprüfer und Therapeuten eine große Gemeinsamkeit haben:

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Darf man das oder tut man das nicht? – moralische und gesellschaftliche Werte im Konflikt am Beispiel von Affären

Christiane JurgelucksGestern hatte ich ein interessantes Gespräch mit einer Klientin, die ein Frauen-Foto-Projekt plant. In diesem Projekt werden Frauen eingeladen, sich in den verschiedensten Rollen selbst zu inszenieren. Jede Frau könne sich überlegen, in welcher Rolle sie sich zeigen möchte und wie sie diese darstellt.

Während meine Klientin erzählt, schießt mir durch den Kopf, dass ich am liebsten keine Rolle einnehmen möchte, einfach ich-selber-sein. Aber natürlich ist das unrealistisch. Wir alle nehmen Rollen ein, füllen sie mehr oder weniger gut aus, manche davon freiwillig und andere werden uns zugeschrieben. Ich dachte an die vielen Rollen, die ich in meinem Leben schon eingenommen und ausgefüllt habe und welche ich freiwillig wieder aufgegeben habe. Weiterlesen

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Umbrüche & Trennungen – Über den Umgang mit großen Veränderungen im Leben – von Andreas Schreyer

Andreas SchreyerUmbrüche. Für manch einen gehören sie beinahe zum Leben, wie das tägliche Brot. Andere wiederum kennen sie kaum oder nur einige ganz wenige Male im Leben. Manche Umbrüche passieren einfach so, ohne dass man sie beeinflussen kann. Wie aber sieht es mit Umbrüchen aus, die man selbst herbeiführt?  Ich meine wirklich große, existenzielle Veränderungen. Weiterlesen

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Zuhause – Ein Gefühl der Zugehörigkeit zu sich selbst und anderen?

Christiane JurgelucksMatthias sagt leise: „Ich habe mich in unserem Haus nie zuhause gefühlt.“ Ich nicke und schaue ihn fragend an. „Ich habe immer das Bild in mir, ich sei mit dem Zug unterwegs und sei irgendwo ausgestiegen. Aber ich weiß, es ist nur eine Durchgangsstation. Und irgendwann steige ich wieder in den Zug und fahre weiter.“ Ein schönes Bild, das mich sofort anspricht. Auch ich habe ein zweites oder drittes Zuhause auf Bahnhöfen und in Zügen der Deutschen Bahn gefunden, regelmäßig zwischen Hamburg und Karlsruhe pendelnd, von einem zum anderen Zuhause. Während viele Menschen sich danach sehnen, mal raus zu kommen, sehne ich mich mittlerweile danach, mal dazubleiben. Weiterlesen

Wenn das Leben Dich findet….und Planen nix nützt!

Christiane JurgelucksSie glauben gar nicht, mit welchem schlechten Gewissen ich diese Zeilen beginne! Seit Frau Rottenmeier sich in den Langzeiturlaub verabschiedet hat, ohne entsprechende Nachwuchskräfte zu akquirieren, mangelt es mir beim Bloggen an Disziplin. Zumindest auf den ersten Blick.
Auf den zweiten Blick betrachtet, habe ich mich im vergangenen Jahr bewusst persönlich zurückgehalten, da ich Sie nicht mit meiner persönlichen Geschichte langweilen oder belasten möchte, diese Geschichte mich aber so stark beschäftigte, dass es mir nicht möglich war, über weniger Persönliches zu schreiben. Und aus diesem Grund schrieb ich dann lieber nichts. Und nicht zuletzt finden es manche von Ihnen vielleicht auch befremdlich, so viel Privates von mir zu erfahren, obwohl ich Therapeutin bin und als solche nicht persönlich sichtbar werden sollte. Weiterlesen

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Verlustangst – ein Gefühl, das viele Liebesbeziehungen und Partnerschaften überschattet

Andreas SchreyerAls Betroffener möchte ich gern etwas zum Thema Verlustangst schreiben. Was Verlustangst ist, welche Auswirkungen sie haben kann, wie ich selbst erkannt habe, dass ich darunter leide, was vermutlich die Auslöser waren und schließlich Lösungsansätze, die zumindest mir sehr geholfen haben. Wie passt das in einen Blog über Beziehung und Sexualität? Ganz einfach: die Verlustangst hat unter Umständen einen massiven Einfluss darauf, wie Partnerschaft gelebt und empfunden wird. Weiterlesen

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Wenn man(n) nicht kommen kann – Orgasmus- und Ejakulationsstörungen bei Männern -Eine Fallgeschichte

Christiane JurgelucksVielleicht wundert es Sie, wenn ich als Frau über ein männliches Problem schreibe, das mir in der Praxis immer häufiger begegnet: Männer, die trotz aller Bemühungen, nicht beim Geschlechtsverkehr ejakulieren können. Das Nicht-Kommen-Können ist ja ein Problem, das wir von Frauen kennen. Männern sagt man landläufig eher nach, dass sie ihre Erregung nicht gut steuern können und deshalb eher zu früh kommen. In der Tat trifft dies auch auf etwa ein Drittel aller sexuell aktiven Männer zu, während von oben genanntem Problem nur 1-3% betroffen sind. Und meistens suchen die Betroffenen keine therapeutische Hilfe. Dafür spricht auch, dass die „Fälle“, die mir in meiner Praxis begegnet sind, nur deshalb zu mir kamen, weil die Paare einen ausgeprägten Kinderwunsch hatten, der den Leidensdruck verursachte. Weiterlesen

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Neue Wege gehen! – Eine mobile Praxis für Paartherapie, Sexualtherapie und Eheberatung in Hamburg entsteht.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn Sie das Wort „neu“ hören. Wir Menschen sind ja sehr unterschiedlich. Da gibt es diejenigen, die sagen: „Es ist gut, wenn alles so bleibt, wie es ist.“ Und andere, die gerne Neues probieren, die sich schneller langweilen. „Leben ist Veränderung, sonst ist es tot.“ Wahrscheinlich ist für uns Menschen eine Balance zwischen Tradition und Innovation am verträglichsten, sich einzupendeln zwischen dem Bedürfnis nach Ruhe und Sicherheit sowie dem Bedürfnis nach neuen Erfahrungen und geistiger Stimulation. Und je nach Persönlichkeit und Lebensbereich brauchen wir eine unterschiedliche Dosis von beidem. Weiterlesen